In meiner letzten Arbeitswoche habe ich nun endlich mit dem Nyanja Unterricht begonnen. Um genau zu sein, ich lerne Town Nyanja, das ist eher eine Mischung verschiedener Sprachen und da einiges aus dem Englischen übernommen wird, verstehe ich in der Regel ca. 5-10%, von dem was gesprochen wird – den englischen Teil der Konversation.

Brighton, einer der Autoren, ist mein Lehrer. Ihn habe ich über Facebook gefunden, nur damit ich anschliessend auch von meinen Comundo Kolleg:innen die gleiche Empfehlung bekomme. Ich liebe seine Art von Unterricht. Das ist genau, was ich gesucht habe. Er startet nämlich mit der Struktur der Sprache, die so ganz anders ist als Deutsch, insbes. die Satzstellung und dass die einzelnen Wörter zusammengehängt werden zu einem.
Und ehrlich gesagt kann ich die Aussagen meiner Umgebung «Nyanja ist die einfachste Sprache zu lernen» nicht mehr hören. Und jede:r, der/die Nyanja spricht, hat das Gefühl in der Lage zu sein, einer fremdsprachigen Person (die keine Erfahrung mit Bantu-Sprachen hat) die Sprache beibringen zu können. Was dann in der Regel bedeutet, dass sie einem ein paar Sätze vorsagen und dann wird erwartet, dass ich die auswendig lerne. Und da bin ich ja gaaaanz schlecht, wenn ich die Sachen nicht wirklich verstehe. Dafür kann ich nach 4 Lektionen mit Brighton bereits recht gut Sätze bilden in verschiedenen Zeiten. Jetzt muss ich «nur noch» die Vokabeln lernen. Und das ist jetzt wirklich zum auswendig lernen. Und im Januar setzen wir dann online fort oder ev. kann ich auch am Samstag Stunden nehmen, wenn ich in Lusaka bin und nicht gerade Lusaka Food Market ist, dazu später mehr.

Die beiden Damen daneben, Noria und Janet sind Mitarbeitende im Café, in welchem der Unterricht stattfindet. «The Mocha Puddle» habe ich bereits im Februar entdeckt, da es hier alles glutenfrei gibt. Vom Toastbrot über Bagels zu Kuchen, Lasagne und Pizza. Herrlich! Und Noria stellt sicher, dass ich auch ja schön mein Town Nyanja übe.


Gabriele betreibt das Café, das auch für junge Frauen bezahlte Praktika und Ausbildung im Bereich Backen anbietet. Das Trinkgeld wird unter allen Angestellten aufgeteilt. Und ich sage euch, die Auswahl ist der Hammer, auch wenn man nicht glutenfrei essen muss. Jeden letzten Samstag im Monat ist der Lusaka Food Market, auch dort ist das Mocha Puddle mit einem eigenen Stand von Köstlichkeiten zu finden.

Wenn ich am Wochenende in Lusaka bin, wird das «Mocha Puddle» wohl mein erweitertes Wohnzimmer, jedenfalls samstags. Was ich in der Schweiz an solchen Kaffeehäusern immer vermisst habe (ich denke da zum Beispiel an das Tomaselli in Salzburg), das finde ich nun hier in Lusaka. Und der Garten ist herrlich, eine Oase.

Gabriele und ich haben auch noch herausgefunden, dass wir gemeinsame Freunde in Deutschland haben, nämlich Nina und Timo, die ja überhaupt «Schuld» daran sind, dass wir 2015 nach Sambia gereist sind, um sie zu besuchen als sie hier gelebt haben (und ich mich dann in dieses Land verliebt habe). Sie haben mehrere Jahre für die gleiche Organisation in Lusaka gearbeitet. Lusaka mit seinen ca. 4 Mio. Einwohnern ist offensichtlich eine Kleinstadt.

Denn letzten Samstag auf dem Markt habe ich nämlich noch einen anderen Bekannten zufällig wieder getroffen, den ich im Februar kennengelernt habe.
Hier in Sambia macht jede:r nebenbei noch irgendein Business. Ich habe damit mittlerweile auch angefangen, dazu aber ein andermal mehr. Nur so viel: mein Geschäftspartner und ich wollen eine gebrauchte Singer Nähmaschine kaufen (rein manuell) und haben online einen Verkäufer gefunden. Und dieser Verkäufer arbeitet doch tatsächlich hauptberuflich in dem Hotel, in dem ich normalerweise absteige, wenn ich «in town» bin. Lusaka ist eine Kleinstadt…


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