Es wird Zeit für ein Update zu Insekten und sonstigen Tieren.
Bienen stechen auch hier und wir haben gelernt, dass die stechende Biene nach dem Stich einen Duftstoff ausströmt, der andere Bienen anlockt. Daher einfach nur schnell weg vom Ort, um weitere Stiche zu vermeiden.
Skorpion-Stiche sind in Sambia in der Regel nicht töd-lich, aber trotzdem SEHR schmerzhaft. Wir wissen nun auch, wie man diese am besten behandelt – ohne Klinik oder Arzt. Am besten nimmt man Antihistamintabletten und Iboprufen (Schmerzmittel, keinesfalls ein anderes Schmerzmittel). Zusätzlich, wenn vorhanden, streicht man Antihistamincreme auf den Stich und danach eine halbe Zwiebel abwechselnd mit einer halben Zitrone. Dazwischen kann man den vom Stich betroffenen Körperteil in warmem Wasser baden. Das Ganze dauert mehrere Stunden, man kann sich auch mehrere Tage geschwächt fühlen. Uns wurde gesagt, dass man – solange man nicht allergisch auf das Gift ist oder ein schwaches Herz hat – nicht stirbt. In Sambia gibt es 8 oder 9 verschiedene Skorpion Arten. Neben den Schmerzen schwitzt man extrem stark und es kann ein Zittern und Schütteln durch den ganzen Körper gehen, wenn sich das Gift im Körper verteilt.
Nach dreiwöchiger Abwesenheit in unserem «Haus der Insekten» haben wir entdeckt, dass sich in der Zwischenzeit Ratten oder Mäuse (wir sind uns da nicht so einig) in unserem Haus einquartiert und auch noch Nachwuchs bekommen haben. Mittlerweile sind wir vier Exemplare losgeworden. Reto hat gestern leider wieder eine herumhuschen gesehen. Die sind einfach teuflisch schnell.
Und dann gibt es jetzt mit den Überschwemmungen eine Vielzahl von verschiedenen Fröschen und Kröten in den unterschiedlichsten Farben, Grössenordnungen und «Gesängen». Am besten gefällt mir der grosse gelbgrüne Frosch und betreffend «Sound» gibt es einen ganz lustigen, der mit seinem «Blubb» an einen Bildschirmschoner erinnert.

Und dann wären da noch meine Lieblingstiere, die Schlangen. Am Silvester-Nachmittag besuchten wir Kalimba Reptile Park ausserhalb von Lusaka, damit ich mir nochmal die «very dangerous» Schlangen anschauen kann und wir uns besser informieren können. (Währenddessen wurde unser Auto aufgebrochen und ausgeräumt – siehe Beitrag).
Immerhin weiss ich jetzt ganz genau, wie eine schwarze Mamba aussieht – nämlich nicht schwarz sondern eher gräulich/grün. Schwarz ist sie nur innen im Mund, wenn sie drohend den Mund aufreisst. Und ich weiss, warum man vom «kiss of the death» redet – sie sieht übrigens aus, als würde sie lächeln – und worauf man im Bush achten resp. hören sollte. Denn eine schwarze Mamba mag es gar nicht, wenn man sich ihr auf weniger als 40 Meter nähert. Das Problem hier ist allerdings, dass man im Bush meistens nicht viel weiter als 5 Meter sieht.

Die schwarze Mamba ist territorial und die Einzige, die schnell angreift, wenn man ihre Warnung («ssssssssss sssssssssssssssssssssssssssssssssssssssssssssssssssssssssss») ignoriert. Schlangen sind grundsätzlich Fluchttiere, die ausweichen und nur beissen, wenn sie in die Enge getrieben werden. Das ist auch die einzige Möglichkeit, die sie zur Verteidigung haben. Also eigentlich total verständlich und nachvollziehbar. Leider werden Schlangen hier von den Menschen grund-sätzlich getötet. Das Bewusstsein fehlt, dass Schlangen eine natürliche pest control auf den Feldern sicher-stellen, indem sie Ratten, Mäuse, etc. fressen. Leider setzt man hier lieber auf Pestizide, da vielerorts das Know-how fehlt.

In Sambia wird die Boomslang immer wieder mal mit der grünen Mamba verwechselt.
Und dann hätten wir hier noch verschiedene Kobra-Arten, die Puffotter und die Phyton und und und …


In Sambia gibt es über 100 verschiedene Schlangen-arten. Davon sind 70 harmlos für Menschen. Von den 30 gefährlichen können 18 tödlich sein. „Nur“ 8 von diesen sind weit verbreitet. Diese Info stammt von HHISS (Helping Hands In Snake Safety).


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