Wie ich quasi über Nacht «Mutter» von 18 Jugendlichen wurde…

Angefangen hat alles damit, dass ich die zweite Klasse zweimal 2 Stunden pro Woche in Wirtschaft unterrichte.

Dann kam das sog. «Headine» Programm dazu. Hierbei geht es um verschiedene Fokusthemen, die monatlich ändern. Aktuell bereiten wir eine Schulausstellung vor. Die Jugendlichen lernen nun, eine Veranstaltung zu organisieren.

Anschliessend, in den Monaten Juni und Juli werden sie Praktika machen. Danach geht es darum, sie auf ihr Leben ausserhalb des geschützten Bereichs der Schule vorzubereiten.

Jetzt verbringe ich mindestens 4 Tage pro Woche mit ihnen und einige suchen auch ausserhalb der Unterrichtszeit meine Nähe. Ich bin irgendwie zur Klassenlehrerin mutiert, aber auch noch vieles mehr. Schön langsam entwickle ich mich zu einer „Löwenmutter“. Ich verteidige sie mit Zähnen und Klauen. Langsam lerne ich sie besser kennen, ihre Stärken und Schwächen, was mit der Sprachbarriere nicht immer einfach ist, aber mit Händen, Füssen, Nyanja und Englisch und hin und wieder Dolmetschern klappt es.

Manchmal sind sie richtige «Schlitzohren», liebenswerte «Lausbuben» und «Luusmaidtli» und Nervensägen.

Sie liegen mir sehr am Herzen, und ich wünsche mir für sie, dass ihr Start im Dezember gelingen wird. Sie hatten viel Pech im Leben. Sie haben wirklich schlechte Erfahrungen gemacht und einiges auf der Strasse erlebt und überlebt. Umso mehr sind sie für mich Vorbilder, meine «warriors».

Sie haben die unterschiedlichsten Talente, künstlerisch, handwerklich, intellektuell. Einer von ihnen hat ihre Erfahrungen in einem Song verarbeitet. Den performen sie nun ebenfalls an der Schulausstellung. Er hat mittler-weile den dritten Song im Studio aufgenommen. Den könnt ihr hier hören.

Die anderen Songs sind richtige „Ohrwürmer“. Kennt ihr das, wenn ihr in der Nacht aufwacht und der Song geistert durch euer Hirn?

Das Titelbild mit dem Performance Team ist zu ihrem eigenen Schutz verpixelt, sie würden sich noch so gern online sehen, aber das ist hier im Land mit den weit verbreiteten Vorurteilen einfach im Moment keine Option, auch wenn diese Seite auf deutsch ist.

Ich bin furchtbar stolz auf «meine Kids».

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